Der Verbrecher aus verlorener Ehre

Man liest immer mal wieder den Titel dieses Werks von Schiller, aber man hat nicht wirklich den Eindruck, dass er sehr bekannt sei und vor allem dass die Leute mehr als nur den Titel kennen. Auch mir war dieses Stück bisher nur vom Namen her bekannt. Zu Unrecht. Der Verbrecher aus verlorener Ehre ist ein inhaltlich sehr bedeutendes und immer noch topaktuelles Stück. Neben Nathan der Weise ist diese Erzählung eines der bedeutendsten deutschen Werke zum Thema Toleranz und Verständnis.

Zwar beginnt das Stück eher ruhig und man hat als Hörer eine gewisse Distanz zur Person des Sonnenwirts und zur Handlung. Dies ist durchaus beabsichtigt, in einem Vorwort kündigt Schiller genau diese Absicht an. Im weiteren Verlauf beginnt sein Schicksal aber, den Hörer zu packen. Man lauscht dem zwangsläufigen Untergang (hiermit wird nicht viel verraten, denn auch dies kündigt Schiller in seinem Vorwort bereits selbst an) eines Mannes, der zwar ursprünglich durch eigene Fehler auf eine schiefe Bahn gerät, der dann aber gegen seinen Willen von der Gesellschaft und deren Intoleranz immer tiefer und tiefer gerissen wird. Schiller hält uns allen damit einen Spiegel vor, und jeder wird sich darin erkennen.

Weiterlesen: www.echthoerbuch.de, August 2005

Schlicht gut

VON JUTTA HEESS

"Die Sache mit den Hörbüchern ist ein teurer Spaß. Mehrere CDs, aufgemotzte Büchlein, bekannte Sprecher und aufwändige Produktionen haben eben ihren Preis. Aber offenbar geht es auch anders. Schlichter zwar vom Erscheinungsbild, mit etwas unbekannteren, aber nicht weniger guten Schauspielern am Mikrofon und mit einem klassischen Programm.

Der Hörgut Verlag aus Hamburg könnte der Reclam Verlag der Hörbücher werden. Zwischen 3,20 Euro und 6,40 Euro kostet hier die Audio-Literatur, zehn Werke sind bisher erschienen, darunter Märchen der Brüder Grimm, Kleider machen Leute von Gottfried Keller, Das Fräulein von Scuderie von E.T.A. Hoffmann und Die Verwandlung von Franz Kafka. Die Geschichte um den Käfer Gregor Samsar liest der Schauspieler Martin May gekonnt vor, zusätzlich findet man auf den beiden CDs eine PDF-Datei mit dem kompletten Text und einen Track mit Kafkas biografischen Daten. Also im Grunde gibts mehr für weniger Geld.

Weiterlesen: Frankfurter Rundschau, 25.08.2005

echtHörbücher des Monats Juli, Kategorie Literatur

Die alles verzehrende, vor nichts halt machende Goldgier der spanischen Konquistadoren einerseits, und auf der anderen Seite die hoch entwickelte Inka-Kultur der Peruaner, die dennoch der Gier der Spanier nach dem gelben Metall nichts entgegenzusetzen hat Wassermann hat die beiden Seiten eindringlich portraitiert.

Seine Erzählung wurde 1923 geschrieben und spielt 1532, als Francesco Pizarro mit 300 Rittern in Peru einmarschiert und sich in der Stadt Caxamalca festsetzt. In dem ausholenden und geschwungenen, aber überraschend anschaulichen Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts beschreibt Wassermann, wie die Spanier mit Hilfe einer List den Inka Atahuallpa als Geisel nehmen.

Obgleich ein ungeheures Lösegeld in Gold für Atahuallpa vereinbart und auch herbeigeschafft wird, misstraut Pizarro dem heidnischen Wilden und lässt ihn schließlich unter fadenscheinigen Begründungen auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Die Erzählung in der Ich-Form des einstigen Ritters und späteren Mönches Domingo de Soria Luce schildert eindringlich die blinde Habgier der Spanier, und Sprecher Alexis Krüger versteht es ausgezeichnet, sie zu Gehör zu bringen. Mancher Hörer wird die CDs deshalb als das angenehmere Medium, verglichen mit dem Buch, empfinden.

Mit einem Wort: Hervorragend.

Alle mit Ernst, ohne Ironie, was etwas schade, aber wohl nötig ist

Hoffmann-Lesungen

Kleinverlage und die Klassiker

"(...) So wurde etwa E. T. A. Hoffmanns 'Fräulein von Scuderi in' den letzten Jahren ganze fünf Mal eingesprochen. Der Fülle nicht genug, dürfen die drei jüngsten Versionen darüber hinaus als durchaus hörenswert gelten, auch wenn keine es wagt, von der Form der klassischen Lesung abzuweichen. Die sämtlich weiblichen Interpreten lesen die Erzählung mit einem Ernst, der ganz dem hohen Ton von Hoffmanns Prosa entspricht.


Weiterlesen: Sueddeutsche Zeitung, 18.06.2005

Billigklassiker für Schüler

Wer nicht lesen will, muss hören - so ungefähr lässt sich das Konzept des Hörgut-Verlags zusammenfassen: Für Schüler, die im Unterricht klassische Stoffe durchnehmen, aber lieber nicht lesen wollen ...

Weiterlesen: SPIEGEL

Edel, hilfreich und günstig

In der Edelboutique des deutschen Hörbuchmarkts bieten Verlage zunehmend hochwertige Stoffe zum kleinen Preis an. Jüngstes Beispiel ist das im vergangenen Jahr in Hamburg gegründete Drei-Mann-Unternehmen HörGut aus Hamburg, das ...

Weiterlesen: Buchreport, 10.03.2005

Froststadt: Das Gold von Caxamalca

"Welch eine fremde Welt, welch ein fremder Schein und Geist." So lässt sich die Zeit der Eroberung des südamerikanischen Kontinents mit den Worten Jakob Wassermanns in aller Kürze wiedergeben. Seine Sammlung "Geist der Pilger" ist im Jahr 1923 erschienen. Alexis Krüger liest daraus die Episode "Das Gold von Caxamalca". Das gleichnamige Hörbuch hat der HörGut-Verlag im Frühjahr 2005 produziert hat.

Weiterlesen: hoerbuchtipps.de, Jakob Wassermann

HörGut Verlag baut Programm aus

Vier neue Titel im Februar

Vor drei Monaten startete Norbert Jochmann das Label HörGut Verlag mit sechs Klassikern. Das Programm, das sich in erster Linie an Schüler und Studenten richtet, soll im Februar um vier Titel anwachsen.

Die Reihe HörGut Klassik setzt auf schultaugliche und kostengünstige Ausgaben: Auf jeder CD gibt es eine ausdruckbare PDF-Datei mit Worterklärungen und einen Audiotrack mit biografischen Daten zum Autor. Mit Preisen von 3,20 Euro für die Einzel-CD und 4,80 Euro für eine Doppel-CD sind die Hörbücher zudem für Schuler und Studenten erschwinglich.

Neu im Februar erscheinen u. a. Titel von E. T. A. Hoffmann und Joseph von Eichendorff.

Nähere Informationen zum Label und zum Programm finden Sie unter folgendem Link:

Externe/r Link/s: http://www.hoergut-verlag.de

 
25.01.2005

Copyright Börsenblatt online 2002-2005

Klassiker für wenig Geld: Der Reclam des Hörbuchmarkts

von Angelika Unger

"Sozialistisch", so nennt Norbert Jochmann die Philosophie seines HörGut-Verlags: Schiller und Kafka als Audiobook, zu Preisen, die sich jeder leisten kann. Mit seinen Taschen-Hörbüchern richtet sich HörGut vor allem an Schüler und Studenten - ganz wie das Vorbild Reclam.

SPIEGEL ONLINE - 23. Januar 2005, 09:54

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Weiterlesen: SPIEGEL ONLINE, 23.01.2005

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